Aktiensplit Beispiel und steuerliche Auswirkung eines Aktiensplits

Erst Apple nun Tesla, die Nachrichten rund um diese Unternehmen häufen sich nur wegen einem Wort: Aktiensplit. Was ist das? Wie funktioniert er? Ist ein Aktiensplit gut oder schlecht und die steuerliche Auswirkungen erst?

Was ist ein Aktiensplit?

Ein Aktiensplit findet statt, wenn ein Unternehmen beschließt, mehr Aktien zu einem niedrigeren Preis gegen die vorhandenen Aktien der Aktionäre auszutauschen. Da der neue Preis der Aktien mit der neuen Anzahl der Aktien korreliert, ändert sich der Wert der Aktien der Aktionäre nicht und auch die Marktkapitalisierung des Unternehmens ändert sich nicht.

Unternehmen führen einen Aktiensplit mit dem Ziel durch, den individuellen Aktienkurs zu senken. Ein niedrigerer Aktienkurs kann die Aktie für ein breites Spektrum von Investoren attraktiver machen, von denen sich nicht alle eine Aktie zum Preis von beispielsweise 1.000 Euro leisten könnten.

Das ist zum Beispiel ein Grund warum Tesla den Split angekündigt hat, Elon Musk will mehr Menschen an der Antizipation Teilhaben lassen.

Arten von Aktiensplits

Die gebräuchlichsten Arten von Aktiensplits sind traditionelle Aktiensplits, wie z.B. 2:1, 3:1 und 3:2. Bei einem Aktiensplit im Verhältnis 1:2 erhält ein Aktionär nach dem Split für jede Aktie, die er vor dem Split besaß, zwei Aktien. Bei einem Aktiensplit im Verhältnis 1:3 erhält er drei Aktien für jede Aktie, und bei einem Aktiensplit im Verhältnis 2:3 erhält er drei Aktien für je zwei.

Wenn der Aktienkurs eines Unternehmens sehr hoch geworden ist, könnten nach dem Split für jede Aktie vor dem Split viel mehr Aktien ausgetauscht werden.

Zum Beispiel führte Apple im Juni 2014 einen Aktiensplit im Verhältnis 7:1 durch. Der Preis pro Aktie lag bei etwa 650 Dollar und nach dem Split bei etwa 93 Dollar pro Aktie. In Juli 2020 kündigte Apple einen Aktiensplit im Verhältnis 1:4 an, den fünften Aktiensplit in der Geschichte des Unternehmens. Ob das eine steuerliche Auswirkungen macht, schauen wir uns später an.

Aktiensplit Beispiel

Nehmen wir an, mein börsennotierte Unternehmen die Alexander AG kündigt einen Aktiensplit im Verhältnis von 1:2 an. Vor dem Split besitzen du als treuer Leser 100 Aktien zu einem Preis von je 50 Euro, was einem Gesamtwert von 5.000 Euro entspricht.

Nach dem Split bleibt dein Gesamtinvestitionswert mit 5.000 Euro gleich, da der Preis der Aktie durch den Divisor des Splits nach unten korrigiert wird. Eine 50-Euro-Aktie wird also nach dem 2:1-Split zu einer 25-Euro-Aktie. Nach dem Split besitzt du nun 200 Aktien zu einem Preis von je 25 Euro, so dass der Wert der Gesamtinvestition immer noch die gleichen 5.000 Euro beträgt. Herzlichen Glückwunsch, eine Dividende wird bei mir nicht ausgeschüttet.

Andere Gründe für einen Aktiensplit

Neben der Erhöhung der Attraktivität des Aktienkurses für Privatanleger und damit der potenziellen Erweiterung der Aktionärsbasis gibt es noch einige weitere Gründe, warum ein Unternehmen seine Aktien splitten könnte.

Verbessert die Liquidität
Wenn der Kurs einer Aktie in die Hunderte von Euro pro Aktie steigt, verringert dies tendenziell das Handelsvolumen der Aktie. Eine Erhöhung der Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien zu einem niedrigeren Preis pro Aktie fördert die Liquidität.

Diese erhöhte Liquidität führt tendenziell zu einer Verringerung der Spanne zwischen Geld- und Briefkurs und ermöglicht es den Investoren, beim Handel bessere Preise zu erzielen.

Vereinfacht die Neugewichtung des Portfolios
Für Portfoliomanager ist es einfacher, Aktien zu verkaufen, um neue zu kaufen, wenn jeder Aktienkurs niedriger ist, weil jeder Handel einen geringeren Prozentsatz des Portfolios betrifft.

Steigende Kurse
Der vielleicht zwingende Grund für ein Unternehmen, seine Aktien zu splitten, ist, dass dadurch die Aktienkurse tendenziell steigen. Eine Nasdaq-Studie, die Aktiensplits von Großunternehmen im Zeitraum von 2012 bis 2018 analysierte, ergab, dass allein die Ankündigung eines Aktiensplits den Aktienkurs um durchschnittlich 2,5% erhöhte. Darüber hinaus entwickelte sich eine Aktie, die gesplittet worden war, in einem Jahr durchschnittlich um 4,8% besser als der Markt.

Genau das ist auch bei Tesla vor ein paar Tagen passiert. Nach der Ankündigung des Splits, zog die Aktie schnell nach und stieg nach langer Zeit wieder.

Tesla Aktiensplit

Tesla hat einen 1:5 angekündigt, der am 28. August in Kraft treten soll und die Aktien des Unternehmens für Käufer billiger machen wird.

Die Aktien des Elektroautoherstellers ist momentan bei 1.321 Euro, was bei einem 1:5 Split rund 264 Euro heißen würde.

Wenn du bis zum 21. August Tesla-Aktien besitzt, erhältst du am Tag der Aufteilung vier zusätzliche Stammaktien. Ab dem 31. August, so Tesla, wird der Handel auf split-bereinigter Basis aufgenommen.

Was sind umgekehrte Aktiensplits?

Splits, bei denen du mehr Aktien als zuvor erhalten hast, aber zu einem niedrigeren Preis pro Aktie, werden manchmal als Forward-Splits bezeichnet. Das Gegenteil davon, wenn du weniger Aktien als zuvor zu einem höheren Preis pro Aktie erhälst, wird Reverse-Split oder eben umgekehrter Aktiensplit genannt.

Ein Unternehmen führt typischerweise einen Reverse-Split durch, wenn der Preis pro Aktie so niedrig zu werden droht, dass die Aktie dekotiert wird, was bedeutet, dass sie nicht mehr an einer Börse gehandelt werden kann.

Ein gutes Beispiel für eine Aktienzusammenlegung ist der United States Oil Fund ETF (USO). Im April 2020 hatte er eine Aktienzusammenlegung im Verhältnis 1:8. Sein Preis pro Aktie betrug vor der Zusammenlegung etwa 2 bis 3 US-Dollar, in der Woche nach der Zusammenlegung etwa 18 bis 20 US-Dollar pro Aktie. Anleger, die z.B. 40 $ in 16 USO-Aktien zu je etwa 2,50 $ investiert hatten, hatten nach der Aktienzusammenlegung nur zwei Aktien im Wert von etwa 20 $ pro Aktie.

Das Fazit

Es kommt zu Aktiensplits und deshalb ist es für Investoren wichtig zu verstehen, was dies für ihre Investitionen bedeutet. Während Forward-Splits und Reverse-Splits beide keinen Einfluss auf den Gesamtbetrag haben, den ein Investor in die Aktie oder den Fonds investiert hat, wird Ersteres vom Unternehmen als positiver und wachstumsfördernder Schritt betrachtet, während Letzteres dazu beitragen soll, die Aktie vor der Dekotierung an der Börse zu bewahren. Behalte die Ankündigungen der Unternehmen, in die du investierst, im Auge, um besser zu wissen, ob und wann es zu einem Aktiensplit kommen kann.

Was nun jetzt Ende August mit Apple und dann September mit Tesla passiert, bleibt abzuwarten. Die Zeit kann man gerne mit einer Blogparade tot schlagen. Entweder meine oder die von der comdirect Finanzblog Award.

Finanzblog Award 2020

Steuerliche Auswirkungen eines Aktiensplits

Wenn ich schon in einer Steuerkanzlei arbeite, kann ich auch gleich die steuerlichen Auswirkungen eines Aktiensplits erläutern. Herzlichen Glückwunsch, es gibt keine. Wie im oberen Beispiel erklärt, passiert mit deiner Investition erstmal nichts. Wer vor dem Split 1.000 Euro investiert hat, hat auch nach dem Split 1.000 Euro. Dein Kapital bleibt gleich. Das wars kurz und knapp über die steuerliche Auswirkungen.

Früher, wenn sich die ISIN/WKN der gesplitteten Aktie änderte, dann sah das gute alte Finanzamt hier ein Problem, da ein Unternehmen dir Aktien schenkt und diese nicht besteuert sind. Das war 2014, wo Google zu Alphabet wurde. Dann gab es Klagen und großes Geschrei. Die Abgeltungssteuer wurde aber zurückerstattet.

 

BMF-Schreiben 2016 S.88
Aktiensplit ist die Aufteilung einer Aktie in zwei oder mehr Aktien. Der Gesellschaftsanteil,
den der einzelne Aktionär an dem Unternehmen hält, sowie das Grundkapital der Gesellschaft
sind vor und nach dem Aktiensplit gleich.

Die im Rahmen eines Aktiensplits zugeteilten Aktien werden durch diesen Vorgang nicht
angeschafft und die gesplittete Aktie nicht veräußert. Als Tag der Anschaffung des Aktienbestands gilt weiterhin der Tag, an dem die jetzt gesplitteten Aktien angeschafft wurden. Die
Anschaffungskosten der Aktien sind nach dem Split-Verhältnis auf die neue Anzahl an Aktien
aufzuteilen.

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