Urlaub mit dem Elektroato Renault Zoe
Lesedauer: 11 Minuten

Ein Auto ist in erster Linie nur ein Kostenfaktor. Ein Elektroauto soll effizienter sein, heißt es. Wir fahren mit den Renault Zoe in den Urlaub. Von Dresden nach Aurich. Über 1.350km wollen wir uns umweltschonend bewegen. Schaffen wir es ohne Probleme? Wird der Weg genauso einfach und entspannt sein? Oder werden wir liegen bleiben, weil unsere Handys zu viel Akku gezogen haben?

Vorbereitungen auf die Reise

Vor jeder großen Fahrt prüft man natürlich zuerst wie gut das Auto getankt ist, in unserem Fall geladen. Ungefähr 70% zeigt der Ladestand bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 11 kW/h an.

Wir fahren noch mal zum Lidl, Proviant für die fahrt kaufen und natürlich kostenlos Laden. Was das laden an der Lidl Ladesäule angeht, hatte wir in Dresden noch nie Probleme. Kurz einkaufen, rausgehen, ein Getränk im Auto schlürfen und auf geht es nach Hause mit 94% Akku. Ausgaben für das Auto bis hierhin 0€.

Mit dem Renault Zoe in den Urlaub

Dresden – Magdeburg

Die erste Strecke fahre ich. Um 5 Uhr früh, geht es auf die leeren Straßen mit unserem Renault Zoe und die entspannte Autobahn. Die Luft ist jetzt nicht mehr so heiß und schwül wie die letzten Tage. Perfektes Wetter für den Körper und die Batterie. Schließlich weiß jeder Elektroautofahrer das das Wetter nicht so kalt und nicht so heiß sein soll. 20°C sind wohl das Optimum. Gut für uns: Der Norden ist kälter als das gute Wetter in Dresden.

Ich drücke die ersten 100km mit 120km/h. Im normalen Modus fährt sich der Renault Zoe 50KW wie eine Rennsemmel. Liegt flach auf der Straße, wenn ich doch mal ein Audi überholen muss, gibt es kein Problem, die knappen 140 PS sind sofort da, nur bei 140 km/h ist eben Schluss.

Laut Navigation des Renault Zoe, sollte die fahrt nach Magdeburg, welches auch der erste Ladestop sein soll, locker geschafft werden. Die Differenz zwischen Ziel und Akkustand beträgt meist 50km. Sprich, wenn wir an der Ladesäule am Autohaus ankommen, haben wir noch Restreichweite von 50km.

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Ziel ist es auch in Magdeburg kostenlos zu laden, weiter Möglichkeiten gibt es trotzdem mit Zahlung und pauschalen 7€ pro Ladung. Mit ständigem Gegenwind und einigen Passagen mit Hügeln und Bergen, sinkt der Akkustand genauso schnell wie man auf das Elektropedal drückt. Ich merke schnell, das ich die 120km/h nicht die ganze fahrt drücken kann, wenn ich bis Magdeburg schaffen will. Ich senke meine Geschwindigkeit also auf 112km/h. Der Durchschnittliche Verbrauch steigt selbstverständlich auf der Autobahn, 15 kW/h, ordentlicher Wert, wenn man bedenkt das Renault den Durchschnitt mit 17 kW/h angibt.

100km bis Magdeburg, und die Differenz zur Ladung der Batterie beträgt 30km. Irgendwie habe ich 20km verloren. Wenn das so weiter geht, wird das nichts mit Magdeburg, denk ich mir und senke die Geschwindigkeit auf 105km/h.

Mit dieser Geschwindigkeit vermerken wir, das wir nun doch es schaffen werden, hoffentlich. Den am Ende kann die Ladesäule blockiert sein, außer Betrieb oder nicht befahrbar sein. Glücklicherweise gibt es zahlreiche Apps die ständig diese Probleme überwachen.

Elektroauto Aufladen Urlaub

Magdeburg Ladevorgang

Sachsen-Anhalt, Magdeburg. Nach knapp 2 Stunden fahrt, biegen wir in ein Industriegebiet ein, wo ein Autohaus steht mit der Möglichkeit am Sonntag kostenfrei zu laden. Mit 50 km Restreichweite, habe ich den Durchschnitt doch irgendwie gepackt, was mich glücklich macht, Selbstgesteckte Ziele check.

Der Hunger ist auch schon sehr omnipräsent, ich freue mich auf die Ladepause, die 2 Stunden sinnlos sitzen und geradeaus starren sind ermüdend. Hut ab, vor jedem LKW Fahrer. Ich denke lange Fahrten muss man lieben und der Mensch dafür sein. Ich bin es jedenfalls nicht. Ein bisschen verschwendete Zeit ist es auch. Man hätte produktiver sein können wenn man als Beifahrer fahren würde oder in einem Bus.

Glücklicherweise ist die Ladesäule frei und in Funktion. Laderüssel rein und laden. Kostenlos. Das freut mich sehr. Eine ganze Stunde planen wir für diesen Stopp ein. Das iPad gezückt mit ein paar Simpsons Folgen. Humor am morgen, vertreibt Kummer und Sorgen. Die gut geschmierten Stullen und der heiße Tee schmecken vorzüglich. Mit vollem Magen kommt auch die Müdigkeit, ein Nickerchen klingt nicht schlecht. Aber wir entscheiden uns für einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft. Die Beine vertreten währen der Renault Zoe lädt.

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Ich merke, das mir die Bewegung echt gut tut. Außerdem gucke ich mir die anderen Autos im Autohaus an, leider alles Verbrenner, kein Interesse an veralteter Technik. 30 Minuten geht der Spaziergang und wir finden uns im Auto wieder. 30 Minuten müssen wir laden für 100%. Wir entscheiden uns für noch eine Simpsons Folge und Weintrauben. Nach der Folge, suchen wir die nächste Ladenmöglichkeit und navigieren dahin. Kosten bis hierhin: 0€

Diesmal fährt meine Freundin und ich nutze die Zeit und schreibe. Richtung Hannover, ein Restaurant, da müssen wir wieder laden. Durchschnittlicher Verbrauch bis hierhin 15,5kW/h.

Zweiter Ladepunkt

Wir sehnen uns nach einem Kaffee, zum Glück ist an der Ladesäule ein Restaurant, Rüssel einstecken, Start drücken und entspannen. Wir relaxen uns beim Kaffee und Kuchen und planen weiter unsere Route. Eigentlich müssen wir nicht viel laden, denn uns trennen nur noch 100km von unserem Ziel. Wir entschließen uns jedoch trotzdem auf 100% zu laden, damit wir mobiler sind, wenn wir ankommen. Man weiß ja nie, wie es später mit den Laden aussieht.

Bis hierhin ist eine Reichweitenangst nicht vorhanden, der Renault Zoe erledigt seine Arbeit zu unserer vollen Zufriedenheit. Jedes gesteckte Ziel war gut gesetzt, dank der vielen Apps und Möglichkeiten seine Route elektronisch anzupassen, ist es auch kein Problem. Erinnert mich ein bisschen an die Zeiten, wo es noch keine Navigationssysteme gab und man sich per Karte navigieren musste. Guten alten Zeiten,… schrecklich.

Die Ladepause vergeht wie im Flug, die Simpsonsfolge bringt es auf jeden fall. Kosten: 0€.

Aurich – Leer – Nordsee – Laden im Urlaub

Nun, wer auf der Nordsee schon war und das wären viele von euch, wissen dann, das ein Auto unverzichtbar ist wenn man von A nach B reisen möchte. Man will dahin und mal dorthin. Mit einem Verbrennerauto alles kein Problem. Aber nun sind wir hier mit einem Elektrofahrzeug unterwegs.

Hier kommt auch die ersten negativen Gedanken zu dieser Reise und das sind nicht wenig. Erstmal ist das Ladenetzt, nun ich will es vorsichtig Ausdrücken, schließlich habe ich nicht alle probieren können. Aber um die Frust endlich ablassen zu können: Es war grottig. Dresden wird zwar “Das Tal der Ahnungslosen” genannt und gerne auch mal “Hinterwäldler”, aber dafür haben wir gefühlt überall Ladesäulen. Was uns aber hier erwartet hat, hat mich ein bisschen vom Glauben erschüttert.

Nordsee Krabbe

Erster Anlauf war der Versuch Kostenlos zu laden an einer Schnellladesäule mit schönen 350 kW Ladeleistung, leider ist der Renault Zoe maximal auf 50 kW limitiert, kein Problem trotzdem. Es war an der EEZ, in der Chargemap hieß es, einfach an der Rezeption Bescheid geben und kostenlos laden. Klingt einfach, aber in Zeiten von Corona muss man sich mehr anstrengen. Wir hätten gucken müssen, ob das EEZ offen ist und surprise, es war Coronabedingt zu- bis auf weiteres. Kann man aber an der eingeschalteten Ladesäule laden? Nein! Reinfall. Kein Aushang an der Säule oder ähnliches.

Zweiter Versuch kostenlos zu laden war an einem Photovoltaik Unternehmen. Lachend haben wir schon gesagt, dass das auch nicht funktionieren wird. An der Ladesäule angekommen, stecken wir die Rüssel rein aber es funktioniert nicht. Ich rufe also im Unternehmen an um mich zu erkundigen, auch etwas frustriert. Man sagt mir, das die Ladesäulen nicht betrieben werden können, weil sie nicht den Eichrichtlinien entsprechen. Warum zur Hölle, sind die dann angebaut und noch verzeichnet? (Selbstverständlich habe ich alles in der Chargemap zur Korrektur eingereicht). Dennoch wird uns freundlich auf die andere Ladesäule verwiesen wo auch schon ein Tesla lädt. Erleichterung breitet sich aus.

Rüssel rein und warten, nichts passiert. Eine Fehlermeldung plopt raus. Laden nicht möglich. Mittlerweile eine Normalität im Norden, das nichts funktioniert. Unser Renault Zoe kann zwar noch ziemlich weit fahren, aber er dürstet nach Elektrizität.

Lidl Tankstelle. Wir erinnern uns, als wir losgefahren sind, luden wir im Lidl das letzte mal auf, keine Probleme, alles Top. Leider ist diese Verzeichnete Ladesäule noch nicht gebaut. Ein Reinfall, aber gut, es war der falsche Zeitpunkt. Lieber Norden, du bist nicht verloren, eine funktionierende Ladesäule wird gebaut. Liebe E-Autofahrer, ihr seid gerettet.

Nordseestrand

Höhepunkt der Frustration kommt aber jetzt. Kostenlos zu laden ist im Norden nicht möglich, zumindest die 5 Ladesäulen wo wir waren. Traurig, aber man kann nichts machen. Bleibt also nichts anderes übrig als zu zahlen, wie normale Menschen. Wir gucken also nach dem kW/h Preis und dann schlägt es 12. 0,50 Cent bis hin zu 0,70 Cent. Überall Windräder, die Leute sitzen auf dem Strom und dann dieser Preis. Es nützt aber nichts, wir müssen laden.

Wir fahren also zur Ladesäule mit 0,50 € kW/h an einem Honda Autohaus. QR-Code scannen, bezahlen, Rüssel vorn und hinten einstecken und laden. Vorher kann man noch auswählen wie lange man laden will. Die Auswahl besteht zwischen 30, 60, 90 und 120 Minuten, bei maximalen 50kW.

Zuerst ein Exkurs wie die Ladesäule aufgebaut ist um den späteren Twist und die Wut zu verstehen. Die Ladesäule an sich benötigt einen Privaten Rüssel, hat man keinen, kann man nicht laden (erster großer Fehler der Betreiber). Den Rüssel muss man folglich im Auto und an der Ladesäule reinstecken. Die Ladesäule hat aber ein Schließmechanismus für ihren Anschluss, das bedeutet, wenn man bezahlt hat, öffnet sich eine Klappe an der Ladesäule und man kann sein Kabel an der Ladesäule anschließen. Dieser Klappe ist aber nur 60 Sekunden offen. Wer also, warum auch immer, länger braucht, dann geht die Klappe zu und man kann das Ladekabel nicht mehr mit der Ladesäule verbinden (zweiter Fehler).

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Zurück zum Ladevorgang, selbstverständlich Regnet es gerade. Ich gehe raus, mit einem Regenschirm, hole das Kabel raus und wundere mich erstmal wo ich den Kabel an der Ladesäule einstecken kann, ich rüttle und schüttele an der Ladesäuleklappe und denke das sie so irgendwie zu öffnen sein. Erst dann lese ich mich die lange Anleitung durch (dritter Fehler). Ich scanne, stecke rein und warte. Es passiert nichts. Ich werde langsam nass und es passiert immer noch nichts. Ok, 5€ sind nicht viel, ich verstehe das Problem nicht und denke es liegt am Kabel. Also denke ich mir das ich das Kabel noch mal raus und reinstecken soll, man weiß ja nie. Also stecke ich das Ladekabel aus der Säule raus und will es wieder reinstecken. Da passiert es, die Klappe geht zu und ich stehe im Regen wie bestellt und nicht abgeholt. Hä? Und nun?

Wie bekomme ich jetzt den Ladekabel wieder rein? Wut breitet sich aus. Genau deswegen ist Laden mit einem E-Auto so kompliziert. Es gibt kein Standard, es ist nicht intuitiv. Solange es kein Opa und keine Opa aus dem FF kann, wird es nicht perfekt sein. Warum gibt es so ein komplizierten Verschluss? Warum muss das alles so umständlich sein?

Ich rufe beim Kundenservice an, meine 5€ dürfen nicht umsonst verschwendet sein, die reise wollte ich schon kostenlos machen. Das ist ja das geile gewesen. Während ich warte, packen wir das Kabel wieder ins Auto, schließlich regnet es wie aus Eimern und ich will nicht dass das Kabel klatsch nass ist, irgendwie hantiert man ja doch mit Starkstrom.

Urlaub mit einem Elektroauto

Die Dame versteht irgendwie das Problem nicht und fragt ob ich den auch das Kabel mit dem Renault Zoe verbunden habe und es nur funktioniert wenn der Anschluss am Auto steckt. Ich bin fassungslos, werde ich für Dumm verkauft? Denkt sie ich bin blöd und weiß nicht wie man Sachen auflädt? Jeder weiß das man die Stecker in Sachen reinstecken muss um diese Aufzuladen. Ich versuche zwar immer wieder das Problem anders zu erklären, das die Klappe der Ladesäule automatisch zugegangen ist, aber das stößt irgendwie auf taube Ohren.

Sie will ein Neustart der Ladesäule machen, ich bin höflich und danke. Nach einer weile senkt sich die automatische Klappe runter und der Anschluss ist frei, ich gehe mit einem Stoßgebeten wieder zum Zoe um das Kabel zu holen, gar nicht leicht mit einem Schirm. Ich gehe zurück zu Ladesäule, mittlerweile sind meine Füße nass dafür das Kabel trocken, stecke es erstmal in den Renault Zoe damit das Kabel leichter zu hantieren ist, drehe mich zur Ladesäule um und dieser verdammte Mechanismus ist zu (die 60 Sekunden, erfahre ich im dritten Telefonat mit einem Herrn). Ich dreh durch. Ich bin wütend und verstehe einfach gar nichts mehr. Wieso? Warum? Ich pfeife drauf und zahle 3€ für 30 Minuten. Dann sollte sich schließlich die Klappe ja sowieso öffnen. Pustekuchen, ein zweites mal bezahlt, aber es funktioniert nichts.

7€ sind es bis jetzt, ich rufe also an und beschwere mich diesmal. Man will ein Komplettneustart machen. Aber auch nach diesem funktioniert es nicht. Ich frage direkt ob die Dame am Telefon weiß, wie die Ladesäule aufgebaut ist und warum ich ständig von einer „Klappe“ und „automatisch heben und senken“ spreche. Sie verneint. Na da haben wir doch das Problem, ich beschreibe ihr also ganz genau wie die Säule funktioniert, aber sie kann mir diesmal wirklich nicht helfen. Sie kann nur ein Neustart machen oder direkt den Ladeprozess starten wenn die Kabel verbunden sind. Aber ein Knopf für die Klappe hat sie nicht. Woher auch, wenn jede Ladesäule anders aufgebaut ist, kein Wunder. Jedoch versichert sie mir, das ich nichts bezahlen muss, weil nur geladene kW verrechnet werden, ich habe aber 0kW geladen, also auch 0€. Ok, 45 Minuten Nerven verschwendet, wenigstens alles kostenlos. Ich will es ein letztes mal mit der anderen Seite versuchen. Noch mal 3€ bezahlt (schließlich hab ich keine Angst zu zahlen) aber es funktioniert nichts, kein senkendes Mechanismus. Ich platze. Wir packen ein und fahren heim. Renault Zoe du kannst nichts dafür, ich mag dich immer noch.

Nächster Versuch: Ladesäule am McDonalds für 0,70€, das muss ja funktionieren. Und es tut es auch 30 Minuten für 7€. Alles klappt sofort, wie es sein sollte. Die Kabel sind schon fest, man muss nur per QR-Code zahlen und alles klappt. Nur ist es unverschämt teuer.

Zweiter Ladeversuch ist diesmal in Leer am Hafen. Hier wieder für 0,50€. Eine Stunde 6€.

Zusammenfassung Laden im Urlaub

Leider hat mich der Norden so viel gekostet: 6€ am Hafen, 7€ am McDonalds und 13€ an der Nissan Ladesäule, an der ich eigentlich ja laut Aussage nichts zahlen musste. Also 26€ für knapp 700km. Es hätten aber auch 0€ sein können oder zumindest 13€. Daraus ist aber das doppelte entstanden. 0,04€ pro Kilometer, es hätten aber auch 0,02 € sein können.

Die letzten drei Tage wollen wir nach Holland. Mal sehen wie es dort sein wird. Zusammenfassend kann ich sagen, das man definitiv überall locker flockig mit einem Elektroauto fahren kann. Es gibt kein Gegenargument für mich welches die Elektromobilität angeht. Wir sind schnell, wir sind mobil und kostengünstiger unterwegs. Allein die Infrastruktur der Ladesäulen ist ein graus. Es ist noch zu kompliziert, umständlich und Nervenraubend ein Auto zu laden. Ein eigenes Kabel ist ein muss, wer hier spart, landet definitiv auf die Nase.

Verbrauch von Elektroauto Renault Zoe

Holland – Groningen

Der Renault Zoe entpuppt sich als ein solides Auto, nicht nur für den Verkehr oder den sparsamen Fahrer, nein auch für ein Urlaub. Viele sagen ja das Elektromobilität in Deutschland hinterher hinkt, im vergleich zu anderen Ländern bestimmt, aber so weit hinten würde ich nun auch nicht sagen.

Unser Deutschland Urlaub ist zwar schön, aber Holland ist gerade um die Ecke, warum also nicht einen kurzen Abstecher dahin machen? Der Akku ist voll und Groningen ist von Leer nur 80km entfernt. Das ist nicht einmal eine Stunde. Hotelzimmer buchen, Tschüss sagen und ab geht es ins Ausland. Im Vorfeld habe ich selbstverständlich die Lademöglichkeiten angeguckt und was soll man sagen, es gibt einen Haufen Möglichkeiten. Deutschland ist da in Vergleich eine Lachnummer. Das einzige was blöd sein kann, es steht nicht da ob man was dafür bezahlen muss, wie viel, ob man eine Karte braucht oder eine App. Der tägliche Irrsinn eben.

Groningen an sich ist eine wunderschöne Stadt und das beste: Eine Fahrradstadt durch und durch. Wer hier Auto fährt, ist selber schuld denn du hast gefühlt keine Rechte. Ich weiß ein Normaldeutscher in seinem übertriebenen SUV und immer recht haben wollen Benziner, wird hier lachen aber ich schwöre, die Köpfe werden bei den Fahrern explodieren. Fahrräder so weit das Auge reicht, von Links, von Rechts, Kohorten von Fahrrädern die auch über Rot immer noch die Straße passieren, weil es einfach eine Armada an Menschen sind. Ich find es gut.

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Alle Busse waren Elektrisch, nicht nur Hybride wie bei uns. Es fühlt sich einfach schön an und so leise. Aber zurück zum eigentlichen. Für die Heimfahrt wollen wir wieder Laden und suchen also eine Ladesäule und nun kommt wieder ein Graus. Groningen hat zwar Unmengen an Ladesäulen, beinahe an jeder Ecke aber die Ladegeschwindigkeit ist meist die einer Steckdose, sodass unsere 51kW Batterie Jahrhunderte brauchen würde. Für einen Elektroroller oder Fahrrad optimal aber nicht für das Auto.

Weiterhin war das Problem, das die Ladesäulen alle alt waren, Elektromobilität gibt es schließlich seit 2014 so richtig. Und überall braucht man Karten, Schlüssel, PINs. Keine einzige Ladesäule konnte man per App freischalten zumindest dort wo wir suchten und wir suchten 5!

Letzte Möglichkeit war eine Ladesäule im Hotel, die Gottseidank mit einer Shell Recharge Karte anging, auch wenn die Hotelrezeption uns versprach das alles kostenlos ist und man nichts braucht. Surprise motherf*cker, man braucht eine Karte UND man bezahlt Geld. Auf die 26€ kommen noch mal 10€ hinzu.

Von Groningen nach Dresden haben wir die zwei gewohnten Ladensäulen genommen für 0€.

1300km mit dem Renault Zoe

Fazit zum Renault Zoe

Der eine möchte vermuten das ein Elektroauto aus diesem Bericht eine reine Hasstirade ist und es sich nicht lohnt. Ganz im Gegenteil. Es passt alles, das hier ist schon meckern auf hohem Niveau. Die 6.000 km mittlerweile wurden ohne große Probleme erreicht. Klar gibt es hier und da mal Wehwehchen, aber kein großes no-go.

Und zum Renault Zoe kann ich nur sagen, der kleine Flitzer ist die Bombe schlecht hin, klar ein Tesla ist es nicht. Aber in der Stadt bin ich der schnellste, kein Audi, BMW oder andere Verbrenner, können mit mir mithalten. Ich ziehe alles ab und das ist geil. Leise, ohne Vibrationen und das beste es stinkt nicht. Verstehe nicht wie Menschen immer noch mit offenem Fenster fahren können, bei dem Gestank.

Wer mit einem Elektroauto liebäugelt, ich kann den Renault Zoe empfehlen. Holt euch am besten gleich die größte Batterie, CCS ist Pflicht und ein Ladekabel und dann erfreut euch an der Zukunft eines Automobils.

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